Brötchen beim Bäcker oder Kartoffeln auf dem Markt mit Karte oder Smartphone bezahlen? In den USA und in vielen europäischen Ländern ist das längst selbstverständlich. Doch die Deutschen zahlen immer noch am liebsten mit Münzen und Scheinen. Langsam ändert sich das.
Die Corona-Krise hat dem bargeldlosen Bezahlen einen Schub gegeben. Statt an der Kasse in der Geldbörse herumzukramen, wird die Giro- oder Kreditkarte gezückt. In vielen Geschäften und Supermärkten ist das sogar ausdrücklich erwünscht. "Mit Karte, bitte!", heißt es häufig. Manche nehmen überhaupt kein Bargeld mehr an – aus hygienischen Gründen und damit die Beschäftigten nicht in Kontakt mit dem Geld kommen. Schließlich hat auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das bargeldlose Bezahlen in der Pandemie empfohlen. Sorgt also ausgerechnet ein Virus dafür, dass sich das Verhalten der Verbraucher*innen in Deutschland ändert?
Die Erfahrungen aus dem Jahr 2020 sprechen dafür. Etwa jede dritte Zahlung an der Ladenkasse, in der Freizeit oder im Onlinehandel erfolgte mit Karte. Drei Jahre zuvor war es nur jede fünfte. Mobiles Payment mit dem Smartphone ist mit 13 Prozent allerdings noch die Ausnahme. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Deutschen Bundesbank. Mehr als ein Fünftel der Befragten hat in der Pandemie zum ersten Mal bargeldlos bezahlt. Es geht voran, aber langsam. Bis zur bargeldlosen Gesellschaft in Deutschland ist es noch ein weiter Weg. Die Herausforderung bleibt weiterhin, Menschen dazu zu bewegen, es einmal auszuprobieren. Wer Erfahrung damit gemacht hat, stellt fest, dass das Bezahlen per App oder Karte einfach, bequem und sicher ist. Und bleibt dabei.
Der Trend zum bargeldlosen Zahlen verstärkt sich
Denn das erspart den lästigen Gang zum Geldautomaten und das Herumtragen von Bargeld. Am Frühstückstisch lässt sich mit dem Smartphone schnell shoppen und bezahlen, die Rechnung an der Tankstelle und im Restaurant mit Karte begleichen oder die Arztrechnung online überweisen. Bei kleineren Beträgen ist bei der Kartenzahlung inzwischen weder eine Unterschrift noch die Eingabe einer PIN erforderlich. Und die Karte muss in der Regel nur noch an das Lesegerät gehalten werden. Auch das Sammeln von Belegen entfällt, weil sämtliche Buchungen über das elektronische Bankkonto verwaltet werden.